Krimi-Autorin Romy Fölck im Interview mit Kai Leuner
Romy Fölck und Kai Leuner haben einiges gemeinsam: Beide wurden 1974 geboren. Beide studierten - ohne einander zu kennen - zur gleichen Zeit Jura an der TU Dresden. Beide schreiben Krimis, die in der sächsischen Landeshauptstadt spielen.
Mit ihrem Debütroman "Blutspur" gewann Romy Fölck 2005 den Krimikahl-Literaturwettbewerb. Im März 2007 erschien ihr zweites Buch "Täubchenjagd" um den jungen Strafrichter Raik Winter. Derzeit arbeitet Romy Fölck an ihrem dritten Roman. Kai Leuner sprach mit ihr über das Schreiben und ihre Bücher.
Mit ihrem Debütroman "Blutspur" gewann Romy Fölck 2005 den Krimikahl-Literaturwettbewerb. Im März 2007 erschien ihr zweites Buch "Täubchenjagd" um den jungen Strafrichter Raik Winter. Derzeit arbeitet Romy Fölck an ihrem dritten Roman. Kai Leuner sprach mit ihr über das Schreiben und ihre Bücher.
Zur Person:Romy Fölck lebt und arbeitet seit 2002 in Leipzig. Seit Oktober 2008 veranstaltet sie erfolgreich die "LIT AQUA - Literatur & Talk auf der Elbe" auf dem Salonschiff "August der Starke" am Terrassenufer in Dresden. 2010 wird Romy Fölck in der Jury für den Friedrich-Glauser-Preis 2010 in der Sparte Kurzkrimis mitarbeiten.
BLUTSPUR (Kahl Verlag) - 10,90 EuroNach einer Razzia wird die Rechtsreferendarin Anne West brutal erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden. Keinerlei Spuren geben Aufschluss über den Hergang, geschweige denn das Motiv, dieser unerklärlichen Tat. Die Dresdner Mordkommission tappt im Dunkeln und auch der private Umkreis der Toten gibt rätselhafte Fragen auf.
Allein macht sich Lissy Santhen, eine enge Freundin der Toten, auf die Suche nach dem möglichen Mörder. Bei ihren Nachforschungen muss sie erfahren, dass Anne Geheimnisse vor ihr hatte und auch der ausbildende Staatsanwalt Dr. Martin scheint etwas zu verbergen.
Als in ihrem Leben mysteriöse Dinge passieren, ahnt Lissy Santhen, dass sie mit ihren Fragen in ein Wespennest gestochen hat.
Allein macht sich Lissy Santhen, eine enge Freundin der Toten, auf die Suche nach dem möglichen Mörder. Bei ihren Nachforschungen muss sie erfahren, dass Anne Geheimnisse vor ihr hatte und auch der ausbildende Staatsanwalt Dr. Martin scheint etwas zu verbergen.
Als in ihrem Leben mysteriöse Dinge passieren, ahnt Lissy Santhen, dass sie mit ihren Fragen in ein Wespennest gestochen hat.
TÄUBCHENJAGD (Kahl Verlag) - 10,90 EuroAn einem kühlen Märzmorgen wird in den Elbwiesen ein verstümmelter Taubenkadaver entdeckt. In der Folgezeit kommt es wiederholt zu ähnlich abscheulichen Funden, bis in der Nähe eines zu Tode gequälten Schäferhundes der mutmaßliche Täter Hans Nowotny aufgegriffen wird. Doch der Strafrichter Raik Winter spricht ihn unerwartet und entgegen der öffentlichen Meinung frei.
Kurz darauf wird in der Dresdner Heide der entstellte Leichnam eines Mädchens im Laub gefunden. Alles deutet darauf hin, dass auch hier der Taubenschlächter seine Hand im Spiel hatte.
Es beginnt eine Hetzjagd auf Nowotny und für den jungen Richter eine gefährliche Suche nach der Wahrheit.
Kurz darauf wird in der Dresdner Heide der entstellte Leichnam eines Mädchens im Laub gefunden. Alles deutet darauf hin, dass auch hier der Taubenschlächter seine Hand im Spiel hatte.
Es beginnt eine Hetzjagd auf Nowotny und für den jungen Richter eine gefährliche Suche nach der Wahrheit.
Romy, wie bist Du zum Schreiben gekommen? Und warum hast Du Dich gerade für das Genre "Krimi" entschieden?
Geschrieben habe ich schon immer gern, natürlich waren es vor den Büchern eher kleine Geschichten oder die Aufsätze in der Schule. Dass ich Krimis schreibe, liegt wohl daran, dass ich am liebsten Kriminalromane lese. Als Kind habe ich die Abenteuer von Sherlock Holmes verschlungen und mir vorgestellt, wie es wäre, Fortsetzungen davon zu verfassen. In gewisser Weise tue ich das heute - nur eben mit meinen eigenen Geschichten und Figuren.
Angenommen, Du müsstest Dich entscheiden: Welcher Deiner beiden Krimis gefällt Dir persönlich besser, "Blutspur" oder "Täubchenjagd"?
Das ist ja fast so, als würdest Du eine Mutter fragen, welches Kind ihr am liebsten ist. Sagen wir so: die "Täubchenjagd" ist mir etwas näher, weil sie zuletzt entstanden ist und weil ich gerade intensiv an der Fortsetzung des Buches schreibe. Die "Blutspur" ist während meines Jura-Studiums entstanden, und das liegt nun schon einige Jahre zurück. Sie liegt mir natürlich dennoch sehr am Herzen, da sie mein erstes veröffentlichtes Buch ist.
Wie lange schreibst Du an einem Krimi? Gab es insoweit Unterschiede zwischen Deinen beiden ersten Büchern?
Das ist nicht so leicht zu beantworten, da ich nicht durchgehend schreibe. Ich gehe Vollzeit in einer Bank arbeiten, schreibe mithin im Urlaub und am Wochenende. Dazwischen gibt es dann auch immer wieder Denkpausen. Ich kann nur soviel verraten, an der "Blutspur" habe ich um einiges länger geschrieben als an der "Täubchenjagd".
In "Täubchenjagd" ermittelt der junge Strafrichter Raik Winter. Gibt es ein Vorbild für diese Figur? Wie entwickelst Du Deine Romanfiguren?
Nein, ein Vorbild für Raik Winter gibt es nicht. Für mich war es spannend, im zweiten Krimi aus der Sicht eines Mannes zu agieren und so habe ich nach und nach die Figur des jungen Strafrichters Winter entwickelt. Kann sein, dass ein paar Eigenarten von Freunden und Bekannten eingeflossen sind. Man geht ja nicht blind durch die Welt. Beim Schreiben sind mir meine Figuren sehr nah, ich fühle mich in ihr Handeln und Denken ein und hoffe, dass ich sie dadurch sehr autenthisch darstelle.
Hast Du, ehe Du mit dem Schreiben beginnst, die "fertige" Geschichte bereits im Kopf? Oder entwickelst Du die Handlung während des Schreibens? Erarbeitest Du vorab fertige Lebensläufe und Zeitpläne?
Ich habe am Anfang eine grobe Planung im Kopf, eine Plotskizze, aber die Story ist nicht bis ins kleinste Detail durchgeplant. Mir hat mal ein guter Freund und Autorenkollege gesagt: "Du musst erst das Gerippe schaffen, eine feste Grundstruktur, das Lametta hängst du dann am Schluss drauf." Das trifft es genau. Lebensläufe für meine Protagonisten erstelle ich nicht, ich habe die Figuren im Kopf. Aber einen Zeitplan skizziere ich, damit ich weiß, wann etwas passiert. Viele gute Ideen kommen mir noch während ich am Buch schreibe. Vielleicht sogar die besten...
Du hast vorhin Deine Arbeit bei einer Bank erwähnt. Wie bekommst Du Arbeit, Schreiben und sonstiges Privatleben in den Griff? Hast Du feststehende Tagesabläufe oder schreibst Du ganz nach Laune?
Das ist wirklich schwierig. Ich würde gern viel mehr Zeit für das Schreiben haben. Durch die Wirtschaftskrise bin ich im letzten Jahr sehr in meinem Hauptberuf gefordert gewesen, weshalb ich leider am dritten Buch lange nicht weiterarbeiten konnte. Wenn man wie ich neben der Arbeit schreibt, muss man eine gewisse Disziplin aufbringen, sich in der Freizeit wieder an den Laptop zu setzen. Denn Schreiben ist für mich nicht nur Leidenschaft, sondern auch harte Arbeit. Dazu gehören die umfassenden Recherchen, die Besichtigung der Schauplätze, Gespräche mit Sachverständigen, der Aufbau des Plots und dann natürlich das Schreiben selbst. Das ist wie jeden Tag Aufsatz schreiben. Da braucht man viel Kraft und kreative Energie. Feste Abläufe habe ich persönlich nicht. Das würde meine Kreativität ausbremsen. Ja und dann ist da noch das Privatleben: mein Partner, meine Familie und meine Freunde möchten natürlich auch gern Zeit mit mir verbringen. Das alles unter einen Hut zu bekommen und ein Buch zu schreiben, erfordert viel Durchhaltevermögen. Aber das Krimischreiben ist meine große Leidenschaft. Ich hoffe, das merkt man, wenn man meine Bücher liest.
Welches sind Deine líterarischen Vorbilder?
Literarische Vorbilder habe ich nicht wirklich. Aber ich lese gern, zum Beispiel die Bücher von Jean-Christophe Grangé und Simon Beckett oder die meiner deutschen Kollegen wie Norbert Horst und Gisa Klönne. Zumindest regen mich diese Autoren an, selbst gute Bücher schreiben zu wollen.
Welche Träume hast Du als Autorin?
Ich denke, jeder Autor träumt davon, einmal einen Bestseller zu landen. Ein großer Traum für mich persönlich wäre es, irgendwann vom Schreiben leben zu können, so dass ich mehr Zeit habe, all die Geschichten, die in meinem Kopf noch herumgeistern, niederschreiben zu können. Doch nur träumen reicht eben nicht, man muss an seinen Träumen hart arbeiten, damit sie wahr werden. Und man muss daran glauben! Und das tue ich.
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei der Vollendung des dritten Buches!